Kirby - Das etwas andere CMS

Tja, was soll ich sagen. Die Cracks unter Euch werden's wohl schon wissen. Es gibt ein neues CMS und zwar Made in Germany. Die Rede ist von Kirby.

Kirby ist ein dateibasiertes Content Management System des Mannheimer Webentwicklers Bastian Allgeier, aus dessen Feder auch Zootool stammt. Bevor die Version 1.0 vor einigen Tagen das Licht der Welt erblickte, durften einige Beta-Tester ran, um Bastian mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Ich hatte die Ehre, zu ihnen zu gehören.

Wie funktioniert Kirby?

Kirby ist in PHP geschrieben und funktioniert - wie bereits gesagt - file based. Das heißt im Groben: Man lädt das System-Paket per FTP auf seinen Server und füllt entsprechende Ordner mit Inhalten, die später im Frontend sichtbar werden. Eigentlich ganz einfach. Hier wird praktischerweise keine Datenbank benötigt.

Des Weiteren kommt hier das Konzept von Markdown zum Tragen. Man erstellt Text-Dateien, schreibt Markdown bzw. "Kirbytext", und generiert so Seiten samt Includes in Form von Bildern, Videos und sonstigem Kram. Ganz einfach.

Es stehen bereits jede Menge Snippets und praktische Erweiterungen zur Verfügung, die einem nützliche Zusatz-Features wie Suche, Blog, RSS Feed und so einiges mehr bescheren. Das Schöne ist, man hat stets die volle Kontrolle. Kirby schreibt keinen unnötigen Müll in den Quellcode einer Website.

Performance

Einmal davon abgesehen, dass das System an sich ein absolutes Leichtgewicht ist (ein entpackter Download-Ordner von sagenhaften 200kb), so arbeitet Kirby auch im Live-Betrieb ziemlich rasant. Die neue SL Studio Website, die am Dienstag an den Start ging, hatte ich ursprünglich mit Wordpress entwickelt. Nachdem ich dann Kirby wochenlang zufrieden getestet hatte, entschied ich mich kurz vor dem Release dazu, das Design samt Inhalten in Kirby zu migrieren. Die Website war dadurch bereits ohne jegliche Optimierung dramatisch schneller als vorher. Google Page Speed gab eine durchschittliche Bewertungsdifferenz von ca. 20 Punkten an. Das ist - wie ich meine - eine klare Angelegenheit.

Content-Verwaltung mit Kirby

Anwendungsfälle

Im Grunde kann ich sagen, dass es für mich bislang kaum einen Fall gab, bei dem ich ein Webprojekt nicht mit Wordpress umsetzen konnte. Das ist aber hier nicht die Frage. Die Frage ist: Was kann Kirby besser? Abgesehen vom Argument der Performance, wird es immer wieder Fälle im Alltag eines Webentwicklers geben, in denen mächtige Content Management Systeme wie Wordpress - alleine, was allerlei nicht benötigte Funktionen angeht - einfach Overkill sind.

Zudem glaube ich, dass es viele Kunden geben wird, die es (zumindest nach kurzer Einführung) lernen können, adäquat mit einem FTP-Tool umzugehen, um so leicht mit Kirby ihren Content zu pflegen. Dazu kommt, dass das System überaus flexibel und ausbaufähig ist. Vom einfachen One Pager bishin zum Blog ist quasi alles drin und machbar. Bastian hat bereits eine beachtliche Doku geschaffen, die durch regelmäßige und gut erklärte Blogeinträge ergänzt wird.

Was kostet Kirby?

Eine Lizenz für das CMS kostet 30€, was ich als absolut gerechtfertigt erachte. Dieser kleine Betrag soll Bastian, der das Teil alleine gebaut hat und künftig ständig weiterentwickeln wird, helfen, seine Ressourcen sinnvoll einzuteilen und immer wieder wertvolle Zeit in das Projekt investieren zu können. Selbstverständlich steht bei Interesse auch eine kostenlose Testversion zum Download bereit.

Die Zukunft von Kirby

Künftig sind wohl noch einige neue Features zu erwarten. Unter anderem soll es ein Web Interface geben, welches die Eingabe von Content erleichtern soll. Außerdem wird das System natürlich mit seinen Usern wachsen. Vorschläge und Anregungen sind jederzeit erwünscht und gewollt.

Fazit

Kirby ist cool und wird bei mir definitiv als sinnvolle Alternative zu Wordpress zum Einsatz kommen. Mir gefällt die unkomplizierte Art der Handhabung - gerade aus Entwicklersicht. Es macht sehr viel Spaß damit zu arbeiten, gerade auch deshalb, weil es ständig wächst und besser wird. Wer Interesse hat, kann sich auf der offiziellen Website bestens über weitere Details informieren. Sollten Probleme - egal welche Art - auftreten, so steht Bastian immer gerne - auch via Twitter - zur Verfügung und hilft, wo er kann.

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